Kündigung in der Probezeit
9. Januar 2014

„Ich muss einer Mitarbeiterin in der Probezeit kündigen, weil die gezeigten Leistungen nicht zu unseren Anforderungen passen. Wir hatten mehrere Gespräche zur ihrem Arbeitsverhalten geführt. Leider konnte sie fast keine der Anregungen umsetzen. Trotzdem ist es mir sehr wichtig, dass wir im Guten auseinandergehen, da ich die Mitarbeiterin als Person sehr schätze.“

Auch wenn es Führungskräfte „gut meinen“ ist es für den Betroffenen nicht immer hilfreich im Guten auseinanderzugehen. Gerade die Möglichkeit Wut und Aggression ein Stück weit an einem „Schuldigen“, in diesem Fall dem Vorgesetzten, ausleben zu können, kann im Moment des ersten Schocks sehr entlastend sein. Eine tiefere Reflektion und Auseinandersetzung mit den eigenen Fehlern kann oft erst später, nachdem man sich mit der Situation abgefunden hat, einsetzen. Letztlich kann man einen Mitarbeiter nicht zum Lernen zwingen weder innerhalb noch außerhalb eines Beschäftigungsverhältnisses.

Ergänzung: Kündigung und Werte
In Bezug auf die Unternehmens-Werte stellen Kündigungen oft eine große Herausforderung dar. Auf der einen Seite erscheint es hart und unsozial einem Mitarbeiter kündigen zu müssen und auf der anderen Seite kann es also ebenso hart und unsozial erlebt werden, wenn ein nicht lernbereiter Kollege vom Team toleriert und mitgetragen werden muss. Letztlich gibt es keine „richtige“ Entscheidung, sondern es ist die Aufgabe der Führungskraft beides gegeneinander abzuwägen und zu entscheiden. Man kann sich sicher sein, dass egal wie die Entscheidung getroffen wird, sie ein wichtiger Orientierungspunkt für die verbleibenden Mitarbeiter sein wird.

(Die im Blog dokumentierten Fragen sind Originalfragen von Führungskräften und stammen aus Führungs-Seminaren sowie aus meiner Tätigkeit als Unternehmensberater und Coach. Die Wiedergabe erfolgt anonymisiert und gekürzt.)

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