Vorankündigung:

Unter dem Titel „Den ganzen Menschen sehen – Menschengerechtes Arbeiten im Unternehmen der Zukunft“ wird Martin Uhl im Frühjahr 2017 einen Beitrag zu menschengerechtem Arbeiten im Spannungsfeld von Digitalisierung, Industrie 4.0 und dem Mensch als entscheidendem Faktor für den Unternehmenserfolg veröffentlichen. Er erscheint im dritten soul@work-Themenband aus dem  GABAL-Verlag. Der Sammelband wird von Katharina Maehrlein und Heidi Lensing herausgegeben, weitere Autoren werden u.a. der ehemalige Personalvorstand der Deutschen Telekom Thomas Sattelberger und Pater Anselm Grün sein.

 

Den ganzen Menschen sehen – Menschengerechtes Arbeiten im Unternehmen der Zukunft

Die Arbeitswelt ist im Umbruch. Mit Digitalisierung und Industrie 4.0 schreitet die Automatisierung der Arbeit weiter voran. Viele Mitarbeiter erleben sich nur noch als kleines Rädchen im System, das funktionieren muss. Es gilt am „Unternehmen der Zukunft“ zu arbeiten, das die individuellen Stärken von Mensch und Maschine berücksichtigt und beides miteinander verbindet. Die digitale Revolution wird vor allem dann erfolgreich sein, wenn sie Mitarbeiter und Technologie nicht gegeneinander ausspielt, sondern die individuellen Stärken der Mitarbeiter berücksichtigt.

[…] Der Mensch wird zum Teilchen in einem großen und komplexen Gesamtsystem. Die Leistung des Mitarbeiters beschränkt sich oft auf Dateneingabe, Datenkontrolle und Datenbearbeitung. Der Mensch steht im Wettbewerb mit der Maschine um Effektivität und Effizienz. Funktioniert er nicht mehr ausreichend gut, wird er über kurz oder lang ersetzt. Der Mitarbeiter als Einzelner verliert an Bedeutung. Diese Erfahrung der eigenen Bedeutungslosigkeit lässt Mitarbeiter an sich und ihrem Tun zweifeln. Der eigene Beitrag zum Unternehmenserfolg wird immer unsichtbarer und der gefühlte Handlungsspielraum für eigene Entscheidungen wird immer kleiner. Mitarbeiter, die nicht mehr erleben, dass ihr Handeln einen Unterschied ausmacht geraten leicht in Sinnkrisen, kündigen innerlich und sind psychisch belastet.

Um langfristig erfolgreich zu sein, ist beides wichtig: Ein hoher Grad an Automatisierung und Effizienz sowie  Mitarbeiter, die selbständig Entscheidungen treffen und das Unternehmen zu etwas einzigartigem und besonderen machen. Die Maschine zeichnet sich durch hohe Zuverlässigkeit, Standardisierung, Verfügbarkeit und Arbeitsgeschwindigkeit aus. Doch durch was zeichnet sich der Mensch aus? Welche Eigenschaften hat er der Maschine voraus? Wie trägt er zum Unternehmenserfolg bestmöglich bei? […]